Nach dem Kindergarten ging's auf die Werft

 

Mein Weg in die „Welt der Werften“ war von Geburt an vorgezeichnet. Mein Vater ist nämlich Inspektor für Qualitätssicherung, und so wie meine Mutter dafür sorgte, dass ich anständig angezogen zur Schule ging, kaufte er mir schon sehr früh einen Bauhelm und ein paar Sicherheitsschuhe und nahm mich mit auf die Werft. Andere gingen mit ihren Vätern in den Zoo, ich ging Schiffe bauen. Als später der Berufsberater in der Schule fragte, ob wir denn schon wüssten, was wir werden wollten, war es deshalb kein Wunder, dass mein Arm ganz schnell oben war: „Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik!“

 

Drei Jahre Lehre, mein erster Job bei einer großen Hamburger Firma, später der Kolonnenführer-Schein und die Prüfung zum FROSIO-Inspektor … - es gibt Männer, die können beim einem Date mit einer schönen Frau über ihren Beruf reden und damit Punkte sammeln. Bei mir klappt das nicht. Monologe über Nass- und Trockenschichtstärken, Strahlverfahren und Korrossionformen haben einfach keinen Sex-Appeal, zumindest nicht beim ersten Kennenlernen. Der Job hingegen schon. Er ist technisch und handwerklich extrem anspruchsvoll, und wer denkt, „Hey, das ist ja nur Farbe …“ irrt gewaltig. Es gibt im Deutschen ein Sprichwort: „Der Lack ist ab!“ Gemeint ist: „Die besten Jahre sind vorüber!“ Und das stimmt. Der Lack bestimmt nicht nur den ersten Eindruck einer Yacht, er sagt auch viel über das Schiff aus. Er ist wie ein Anzug, dessen Stoffauswahl, Schnitt, Zustand und Qualität eine Menge über seinen Träger verrät. Und genau wie für ihn, so gilt auch für Lack: Der Gentleman steckt im Detail!

Ozan Sadi Hekim

 

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